Offensichtlich Unsichtbares auf neuen Ebenen zeigen

Wie der Bildverarbeitungsspezialist FRAMOS genaue Analysen von Industrieprozessen ermöglicht, so läßt der Künstler Aleksy Aleksjew in seiner Serie „Zoo!“ mehrere Betrachtungsebenen entstehen, die reflektieren, was für den Betrachter hinter dem oberflächlich und bereits bekannten Wahrnehmbaren steht.

FRAMOS erwirbt jedes Jahr das Werk eines jungen Künstlers. Das global agierende Münchner Unternehmen schlägt damit die Brücke zwischen Technologie und Kunst und fördert mit diesem Engagement aufstrebende Talente. Aleksys‘ Werk „Hellabrunn 11“ wird in der architektonisch klar und minimalistisch gehaltenen Firmenzentrale einen weiteren Blickfang setzen. Im Interview stellt der Künstler sein Bild und Werk vor.

Hellabrunn 11 zeigt mit Blick durch die beschlagene kalkverschmutzte Trennscheibe ein Wassergehege vor tristem Beton. Geben Sie uns einen Einblick in Ihre Bildwelt bitte.

„Auf dieser Fotografie erkennt man das Trennende durch Reflexion und Struktur. Nicht die in Gefangenschaft lebenden Tiere, sondern die Darstellung der Trennung ihres Geheges – jedoch ohne den mahnenden Zeigefinger – steht im Fokus.“

Wofür steht Ihre Serie „Zoo“ mit ihren 31 Bildern?

Die Serie „Zoo“ sucht die Beziehung Mensch / Besucher zu Objekt / Tier zu hinterfragen. Durch spannende Reflexionen, Strukturen und Farbspiele entstehen mehrere Betrachtungsebenen, meist zwei, manchmal drei: Der Hintergrund (Motiv), die Trennung (Scheibe) und die Reflexion des Augenblicks. Zoo! will dem Betrachter einen Denkanstoß geben, ohne moralisch oder sozialkritisch ins Gewissen zu reden, Bekanntes zu reflektieren und neue Aspekte und Details zu entdecken. Es ist die Ambivalenz, beispielsweise der Zoobesucher als selbst bekennender Tierfreund.

Wie sind diese Serie und Ihre anderen Werke entstanden?

Der ursprüngliche Gedanke zu „Zoo!“ entstand nach einem Zoobesuch meiner Kinder, die einerseits zwar fasziniert waren, aber auch großes Mitleid und Empathie zeigten.

Hellabrunn 3 und Hellabrunn 18

Hellabrunn 30 und Hellabrunn 26

Andere Werke sind seit 2008 „nebenbei“ Aufnahmen ohne kommerziellen Aspekt bzw. als Nebenprodukt von Shootings die keine Weiterverwertung finden, entstanden. Diese Fotos waren Anlass experimentell und unvoreingenommen eine eigene Sichtweise zu entwickeln. Erst 2014 wurden die Aufnahmen zusammengestellt und präsentiert. Ohne Mehrfachbelichtung oder Photoshop-Effekte muss jede Serie und jedes Foto für sich eine Stimmung reproduzieren, die das Geschehene zurückhaltend und ohne Effekthascherei dokumentiert.

Diverse "nebenbei" Aufnahmen ohne kommerziellen Aspekt

Zur Person:

Aleksy Aleksjew, geboren in Bulgarien, wuchs in Deutschland auf und studierte Innenarchitektur. Nach Aufgaben als Eventarchitekt fokussiert sich Aleksy ab 2008 zunehmend auf die kommerzielle Fotografie und visuelle Kommunikation. Dabei entstehen auch seine ersten künstlerischen Werke. Seit 2009 leitet der Familienvater von 3 Kindern das „Büro für Gestaltung“ mit Schwerpunkt Design & Fotografie am Tegernsee und ist als freischaffender Künstler erfolgreich etabliert.